Massnahmen fĂĽr eine konzentrierte Siedlungsentwicklung
Das Agglomerationsprogramm soll einen Beitrag zur haushälterischen BodenÂnutzung leisten und bei der Siedlungsentwicklung eine Trendwende einläuten.
Den grössten Beitrag zu einer haushälterischen Bodennutzung leisten kompakte Siedlungen – und zwar sowohl in städtischen Gebieten als auch im ländlichen Raum. Ebenfalls wichtig sind Siedlungserneuerungen und die Überführung brach liegender Industrie- und Gewerbeflächen zu neuen Nutzungen. Mit der Konzentration der Siedlung werden auch Natur und Landschaft geschont, ihr Wert bleibt erhalten. Die vorgeschlagenen raumplanerischen Massnahmen sind für eine Trendwende in der Siedlungsentwicklung unerlässlich und möglichst schnell umzusetzen. Es sind dies:
- Neueinzonungsregeln: Diese dienen dazu, eine Siedlungsausdehnung abseits der bestehenden oder geplanten Verkehrsinfrastruktur zu vermeiden. Die Festlegung von geeigneten Kriterien für Neueinzonungen soll unter Federführung des Kantons vorangetrieben und im Kantonalen Richtplan umgesetzt werden. In Agglomerationsgemeinden sollen mindestens 80 % der Neueinzonungen an Standorten erfolgen, die mit dem öffentlichen Verkehr sehr gut erschlossen sind; Fachleute sprechen von den ÖV-Erschliessungsklassen C (Agglomerationsgemeinden) und D (ländliche Gebiete).
- ESP Wohnen: Mit einem Programm «Entwicklungsschwerpunkte Wohnen» soll der Kanton den Wohnungsbau im Agglomerationskern gezielt fördern. Ziel ist es, im Agglomerationskern in den nächsten 15 Jahren rund 30 000 Wohnungen zu bauen. Damit könnte die Abnahme der Bevölkerung gestoppt bzw. eine leichte Zunahme erreicht werden.
- ESP Arbeiten: Das Programm «Entwicklungsschwerpunkte Arbeiten» ist weiterzuführen und zu intensivieren. In der Agglomeration Bern sollen neue Arbeitsplätze vorwiegend an solchen ESP-Standorten geschaffen werden.
- Regionale Richtpläne und Ortsplanungen: Ein Grossteil der Ortsplanungen der Agglomeration Bern muss in den nächsten Jahren revidiert werden. Diese Gelegenheit muss genutzt werden, um die Revisionen auf die Ziele des Agglomerationsprogramms auszurichten und ihre Erarbeitung zeitlich zu koordinieren.
- Standorte fĂĽr verkehrsintensive Nutzungen: Verkehrsintensive Vorhaben (Einkauf, Freizeit) sind an den vorgesehenen Standorten zu konzentrieren. Es ist sicherzustellen, dass die vorgegebenen Fahrtenkontingente eingehalten werden.
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Agglomerationsprogramm Verkehr+Siedlung Region Bern | August 2005 | Justiz-, Gemeinde- und Kirchendirektion des Kantons Bern, gemeinsam mit der Bau-, Verkehrs- und Energiedirektion des Kantons Bern | Valides
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