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Agglomerationsprogramm Verkehr + Siedlung Region Bern

Verkehrs- und Siedlungsentwicklung in Einklang bringen

aid. Der Regierungsrat des Kantons Bern hat das Agglomerationsprogramm Verkehr + Siedlung der Region Bern genehmigt. Mit raumplanerischen Massnahmen soll die Siedlungsentwicklung auf zentrale, durch den öffentlichen Verkehr gut erschlossene Standorte konzentriert werden. Die Verkehrsinfrastruktur soll besser genutzt und gezielt ausgebaut werden: In einer ersten Etappe bis 2011 wird der Akzent auf Investitionen in den öffentlichen Verkehr, die Sanierung neuralgischer Punkte im Strassennetz sowie den Fuss- und Veloverkehr gelegt.

Konzentrierte Siedlungsentwicklung

Die Siedlungsentwicklung soll auf Standorte mit guter Anbindung an den öffentlichen Verkehr konzentriert werden. Dies erlaubt eine massgebliche Reduktion des prognostizierten Verkehrswachstums.

Erreicht werden soll dieses Ziel mit raumplanerischen Massnahmen. Neueinzonungen in Agglomerationsgemeinden sollen zu mindestens 80 Prozent an Standorten vorgenommen werden, die gut mit dem öffentlichen Verkehr zu erreichen sind. Der Kanton will im Rahmen der Programme „Entwicklungsschwerpunkte Wohnen“ und „Entwicklungsschwerpunkte Arbeiten“ den Wohnungsbau im Agglomerationskern fördern und neue Arbeitsplätze an Orten schaffen, die mit dem öffentlichen Verkehr erschlossen sind. Zudem sollen Standorte für verkehrsintensive Nutzungen wie Einkauf- und Freizeitzentren definiert werden.

Verkehrswachstum lenken und eindämmen

Das Verkehrswachstum soll mit geeigneten Massnahmen wie Dosierung und Pförtneranlagen, Parkplatzbewirtschaftung und dem Berner Fahrleistungsmodell gelenkt und eingedämmt werden. Zusätzlich will das Agglomerationsprogramm den Fuss- und Veloverkehr sowie die kombinierte Mobilität attraktivieren. Wenn die notwendigen Massnahmen ergriffen werden, kann der Veloverkehr bis 2010 um 50% wachsen. Vorgesehen sind deshalb namhafte Investitionen in die entsprechende Infrastruktur. Gefördert werden soll auch die kombinierte Mobilität.

Mit Bahn und Bus die Strasse entlasten

Mit einem gezielten Ausbau des öffentlichen Verkehrs sollen die Strassen entlastet werden. Mit dem neu aufgegleisten Tram-Projekt hat die bessere Erschliessung des Westens von Bern erste Priorität. Die S-Bahn soll häufiger verkehren – im Agglomerationskern während Spitzenzeiten im 15-Minuten- Takt. Damit dieses Ziel erreicht werden kann, sind Anpassungen im Bahnhof Bern und an Zufahrtsstrecken unumgänglich. Schliesslich soll die Gemeinde Köniz besser erschlossen werden. Näher geprüft werden sollen wenigstens drei Varianten: Massnahmen zur Fahrplanstabilisierung an der bestehenden Strecke, Bau einer neuen S-Bahnlinie mit Tunnel via Eigerplatz oder Inselspital (verbunden mit dem RBS-Netz) und die Verlängerung der heutigen Tramlinie 3 in Richtung Köniz.

Autoverkehr auf Autobahnen konzentrieren

Der Autoverkehr auf Autobahnen soll möglichst staufrei fliessen, damit er nicht auf Haupt- und Quartierstrassen abgedrängt wird. Mit einem Verkehrsbeeinflussungssystem und einer überkommunalen Verkehrsleitstelle soll der Verkehrsfluss auf Autobahnen verbessert werden. Weiter sind gezielte Aus- und Umbauten des Autobahnnetzes zu prüfen. Prioritär ist die Sanierung des Wankdorfplatzes mit einer entsprechenden Leistungssteigerung. Im Osten Berns sollen verschiedene Varianten einer neuen Osttangente unter Einbezug eines Zubringers zum Entwicklungsschwerpunkt Zollikofen mit Anschluss im Grauholz auf ihre Zweckmässigkeit geprüft werden. Im Süden von Bern ist eine neue Strasse zur Erschliessung des Entwicklungsschwerpunkts Köniz/Liebefeld/Morillon zu prüfen.

Tragbare Kosten bei grossem Nutzen

Das Massnahmenpaket des Agglomerationsprogramms soll etappiert umgesetzt werden. Die Gesamtkosten der ersten Etappe (2008-2011) belaufen sich auf 708 Millionen Franken. Davon entfällt der grösste Teil auf Investitionen in den öffentlichen Verkehr (428 Millionen Franken) und in den Fussund Veloverkehr sowie die kombinierte Mobilität (zusammen 133 Millionen Verkehr). Für den Ausbau der Strasseninfrastruktur sind 148 Millionen Franken vorgesehen. Der Bund wird voraussichtlich rund 60 Prozent der Kosten übernehmen. Der Restbetrag geht zu Lasten von Kanton und Gemeinden. Für den Kanton entsteht dadurch keine höhere Belastung als in den vergangenen Jahren. Mit der Umsetzung des gesamten Pakets lassen sich die Staukosten im Jahr 2020 von gegen 300 Millionen Franken auf etwas über 100 Millionen Franken senken. Gleichzeitig reduzieren sich die Lärmbelastung, der Ausstoss von Luftschadstoffen und die Zahl der Verkehrsunfälle.

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Agglomerationsprogramm Verkehr+Siedlung Region Bern | August 2005 | Justiz-, Gemeinde- und Kirchendirektion des Kantons Bern, gemeinsam mit der Bau-, Verkehrs- und Energiedirektion des Kantons Bern | Valides XHMTL 1.1 und CSS2 © 2005 raschle & kranz, Bern